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Personenfreizügigkeit: Zuwanderung in die Schweiz schwächt sich mit der Konjunktur leicht ab

Bern, 05.07.2016 - Die Arbeitsmarktentwicklung im Jahr 2015 war geprägt von einer deutlichen Aufwertung des Schweizerfrankens zum Jahresanfang. Vor allem wechselkursexponierte Branchen verzeichneten eine Wachstumsverlangsamung und die Arbeitslosigkeit stieg im Jahresverlauf an. Die Zuwanderung reagierte auf die angespannte Arbeitsmarktlage und schwächte sich leicht ab. Im langjährigen Vergleich fiel der Wanderungssaldo 2015 mit 71‘000 Personen, wovon 47‘800 (67%) aus dem EU-Raum stammten, allerdings weiterhin hoch aus.

Die erneute, abrupte Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro zum Jahresbeginn 2015 hat in der Schweizer Wirtschaft deutliche Spuren hinterlassen, vor allem in Teilen der Exportindustrie, im Gastgewerbe und im Handel. Stützend wirkte demgegenüber die robuste Nachfrage nach Dienstleistungen aus staatsnahen Bereichen wie dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Bildungswesen. Die Frankenstärke schlug auch auf den Arbeitsmarkt durch: Im ersten Quartal 2016 erreichte die Erwerbslosenquote gemäss ILO 5.1%, gegenüber 4.4% im Vorjahresquartal.

Der EU-Wanderungssaldo lag mit 47‘800 im Jahr 2015 um rund 3‘000 unter dem Vorjahreswert. Die Zuwanderung reagierte somit zunächst nur leicht auf die Eintrübung der Beschäftigungslage. Zum Jahresbeginn hat sich der Rückgang fortgesetzt und weiter akzentuiert: Die Nettozuwanderung aus dem EU-Raum lag kumuliert über die Monate Januar bis Mai 2016 um 4‘800 Personen tiefer als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

Zuwanderung hat sich in ihrer Zusammensetzung verändert

Die Zuwanderung hat sich in ihrer Zusammensetzung nach Herkunftsländern in den vergangenen Jahren verändert. Während die ersten Jahre nach Inkrafttreten des FZA vor allem durch eine hohe Zuwanderung aus Deutschland und dem übrigen Nord- und Westeuropa geprägt waren, machten diese Länder 2015 nur noch gut einen Drittel der EU/EFTA-Zuwanderung aus; 43% der Zuwanderung entfielen nun auf Personen aus Südeuropa und 22% auf die zehn EU-Staaten Osteuropas.

EU/EFTA-Staatsangehörige sind stärker von den negativen Arbeitsmarkttendenzen im Zuge der jüngsten Frankenaufwertung betroffen. Die Erwerbslosenquote der EU-Zuwanderer weist im Zeitverlauf generell eine höhere Konjunktursensitivität auf, was mit der Berufs- und Branchenzusammensetzung in Zusammenhang steht.

Besondere Situation der Grenzregionen

Für die Grenzregionen ist festzuhalten, dass trotz des schwierigen konjunkturellen Umfelds die Grenzgängerbeschäftigung auch im letzten Jahr weiter zugenommen hat – eine Ausnahme bildet der Kanton Tessin, wo die Grenzgängerzahl auf hohem Niveau stagnierte. Vor allem in der Genferseeregion, im Tessin sowie im Jurabogen machen Grenzgänger einen hohen Anteil der lokalen Beschäftigung aus; gleichzeitig liegt die Erwerbslosenquote in diesen Regionen deutlich über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt. Diese Situation hat sich im Verlaufe des letzten Jahres jedoch nicht weiter akzentuiert.

Für mehr Informationen:

Vollständige Medienmitteilung des Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

Homepage des Staatssekretariat für Wirtschaft SECO

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